Ist Forex legal?

Ein wichtiger Unterschied zwischen dem Forex und dem Aktienmarkt ist das Fehlen von Börsen beim Devisenhandel. Auf dem Forex Markt handeln die Teilnehmer direkt miteinander. Die Broker agieren als Market Maker und die Trader brauchen die Broker, um am Markt teilnehmen zu können. Daneben zählen Banken und Zentralbanken zu den großen Teilnehmern. Eine zentrale Aufsicht, wie an der Börse gibt es am Forex Markt also nicht. Dennoch unterliegt auch der Forex Markt abhängig vom Land einer gewissen Aufsicht und einer Regulierung.

Keine globale Aufsicht

Es gibt keine globale Aufsicht, aber auf nationaler Ebene werden die Teilnehmer kontrolliert. Kreditinstitute unterstehen der jeweiligen Bankenaufsicht und der Devisenhandel selbst gilt in Deutschland als erlaubnispflichtiges Bankengeschäft. Die Bankenaufsicht überwacht die Einhaltung von Risikomanagements und die organisatorische Struktur. Außerdem müssen Kreditinstitute Meldepflichten wahrnehmen in Hinblick auf Bestandsrisiken. Daraus ergibt sich eine Volumenlimitierung der riskanten offenen Positionen auf dem Devisenmarkt.

Zentralbanken nehmen zwar keine Aufsichtsfunktion wahr, sie greifen aber regulierend und im Sinne der Währungsstabilität in den Markt ein. Für den einzelnen Trader ist Forex legal. Allerdings werden nach deutschem Steuerrecht Gewinne besteuert. Bei Devisengeschäften entsteht eine Wertschöpfung in Form von Gewinnen, so wie umgekehrt bei der Produktion von Gütern Devisen entstehen. Da es sich rechtlich gesehen bei einem Devisengeschäft um ein Veräußerungsgeschäft handelt, werden auch hier entsprechende Steuern erhoben. Außerdem wird bei der Anlage der Profite aus Devisengeschäften noch einmal eine Quellensteuer fällig. Die Steuersätze liegen aktuell bei 25 Prozent zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag. Außerdem wird Kirchensteuer fällig und es gibt eine Optionsmöglichkeit zur Einkommensteuerveranlagung.

Zertifizierte Anbieter

Aber auch auf einem legalen Markt können sich illegale Anbieter tummeln. Insofern ist es sinnvoll, dass seriöse Brooker betonen, dass sie der Regulierung und der Aufsicht unterstehen und sich entsprechend auch an die Vorgaben halten. Privatanleger sollten dies als Qualitätsmerkmal begreifen, denn das Risikomanagement der Brooker verhindert auch, dass Privatanleger ihr Geld verlieren.

Forex Handel ist also so lange legal, wie sich die Teilnehmer an die Regeln halten. Durch den Handel selbst bei einem angemeldeten Broker macht sich niemand strafbar. Wer in der Folge aber Steuern hinterzieht oder andere Regelwidrigkeiten begeht, unterliegt dann dem Steuerrecht seines Landes, sofern das Finanzamt ihm auf die Schliche kommt. Der Devisenhandel ist sogar ein notwendiger Bestandteil des Wirtschaftslebens. Denn gerade dort wo Unternehmen mit großen Summen handeln und Gewinne erzielen, ist die Frage, in welcher Währung Zahlungen vorgenommen werden und wie sich der Kurs entwickelt von entscheidender Bedeutung, sodass Unternehmer und Geschäftsleute gezwungen sind, Devisengeschäfte zu machen, bevor sie einen Vertrag erfüllen können, bzw. Devisengeschäfte auch zur Absicherung des Geschäftsrisikos notwendig sind.

Der Forex erfüllt also eine Funktion und ist nur zum Teil ein reiner Spekulationsmarkt. Auch die kleinen Trader erfüllen eine Funktion, weil ihre Einsätze dazu beitragen, große Transaktionen auch abzusichern. Auch wenn Spekulationsgeschäfte durch die Finanzkrise in Verruf geraten sind, so ist der Devisenhandel ein ehrliches Geschäft und im Vergleich zum Handel mit Derivaten lässt sich das Risiko jeder Position präzise berechnen.